PPWR Regulation

Neue Regeln für Verpackungen?

PPWR Regulation

Update: Nach der Zustimmung des Europäischen Parlament in der Plenarsitzung vom 24. April wird der Entwurf der PPWR nun in die 24 Amtssprachen der EU übersetzt. Im Herbst 2024 ist die finale Zustimmung zur endgültigen Fassung der PPWR durch das neue Parlament geplant. Die Regelungen sollen dann 18 Monate nach Inkrafttreten der Verordnung wirksam werden.

 

Neue Regeln für Verpackungen? Die PPWR im Überblick

Die Europäische Union hat ehrgeizige Pläne zur Förderung der Nachhaltigkeit von Verpackungen entwickelt, die im Entwurf der Packaging & Packaging Waste Regulation (PPWR) von Ende November 2022 deutlich werden. Die PPWR enthält Bestimmungen für Verpackungen und Verpackungsabfälle jeglicher Art, die auf dem europäischen Markt in Umlauf gebracht werden. Dabei werden nicht nur Vorgaben zum Verpackungsdesign, sondern auch Anforderungen zur Förderung von Mehrwegsystemen und effektivem Abfallmanagement berücksichtigt. Was die PPWR von bisherigen Richtlinien unterscheidet, ist ihr Status als Verordnung. Im Gegensatz zu einer Richtlinie, die von jedem Mitgliedsstaat individuell umgesetzt werden kann, wäre die PPWR in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten einheitlich und verbindlich.

Das möchte die PPWR erreichen

Das Hauptziel der PPWR besteht darin, die negativen Umweltauswirkungen von Verpackungen in der Europäischen Union zu minimieren. Dazu gehören die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und der Verpackungsabfälle sowie die Förderung einer Kreislaufwirtschaft. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden in der PPWR verschiedene Maßnahmen festgelegt.

Diese Maßnahmen gibt es in der PPWR

Die PPWR enthält einige wichtige Maßnahmen, die erhebliche Veränderungen mit sich bringen könnten. Ab dem Jahr 2030 dürften Verpackungen beispielsweise nur noch auf den Markt gebracht werden, wenn sie bestimmte Mindestanforderungen an die Recyclingfähigkeit erfüllen. Zudem werden Gewicht, Volumen und Leerraum von Verpackungen auf das notwendige Minimum reduziert. Verpackungen, die darauf abzielen, das Volumen des Produkts zu vergrößern, beispielsweise durch doppelte Böden, werden verboten. Auch der Versand in andere EU-Länder könnte sich ändern.

Einige der geplanten Änderungen im Überblick:

Minimierung von Verpackungsabfällen: Die Verordnung legt konkrete Ziele für die Reduzierung von Verpackungsabfällen fest. Händler sind verpflichtet, Maßnahmen umzusetzen, um die Abfallmengen, die durch ihre Verpackungen entstehen, zu verringern.

Recyclingfähigkeit von Verpackungen: Die PPWR legt Mindestanforderungen für die Recyclingfähigkeit von Verpackungen fest. Händler müssen sicherstellen, dass ihre Verpackungen so gestaltet sind, dass sie recycelt werden können.

Verwendung von recycelten Materialien: Die Verordnung fordert den Einsatz von recycelten Materialien in bestimmten Verpackungen, insbesondere bei Kunststoffverpackungen. Händler dürfen nur noch Verpackungen verwenden, die einen bestimmten Anteil an recyceltem Material enthalten.

Kennzeichnung und Information: Die PPWR stellt Anforderungen an die Kennzeichnung und Information von Verpackungen. Dies umfasst die Kennzeichnung von recyclingfähigen Verpackungen und die Bereitstellung von Informationen zur ordnungsgemäßen Entsorgung.

Konformitätserklärungen: Händler müssen umfassende Konformitätserklärungen auf Verpackungsebene erstellen.

Benennung eines bevollmächtigten Vertreters: Unternehmen, die Verpackungen in einem EU-Mitgliedsstaat vertreiben und ihren Sitz außerhalb dieses Staates haben, müssen einen bevollmächtigten Vertreter benennen. Dieser fungiert als Ansprechpartner und Repräsentant des Unternehmens in Bezug auf die Anforderungen der PPWR.

Förderung von Mehrwegsystemen: Die PPWR enthält Maßnahmen zur Förderung von Mehrwegverpackungen. Hierzu gehören Anreize für Hersteller und Händler, Mehrwegsysteme zu nutzen.

Zu diesem Zeitpunkt tritt die PPWR in Kraft

Es ist derzeit unklar, ob die PPWR in ihrer vorliegenden Form in Kraft treten wird. Nach der Veröffentlichung des Entwurfs durch die Europäische Kommission wird er im Europäischen Parlament diskutiert. Eine Verabschiedung der Verordnung wird voraussichtlich nicht vor Ende 2023 erwartet.

Das könnte die PPWR bewirken

Die PPWR spielt eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung von Plastikverbrauch, da der Großteil der in der EU produzierten Kunststoffe für Verpackungen verwendet wird. Die Verordnung kann dazu beitragen, den Ressourcenverbrauch für Verpackungen zu senken, Abfall und Umweltverschmutzung zu reduzieren und unnötige Verpackungen zu vermeiden oder gar nicht erst zu produzieren. Sie kann auch dazu beitragen, Mehrwegverpackungen als neuen Standard zu etablieren.

Es ist jedoch wichtig anzumerken, dass die PPWR nach aktuellem Stand mit zusätzlichem administrativem und finanziellen Aufwand verbunden wäre, insbesondere für kleine Händler. Dies könnte zu einer erheblichen Belastung und Hemmschwelle für den Versand ins EU-Ausland führen. Daher ist eine Anpassung und Berücksichtigung der Bedürfnisse aller Handelsgrößen entscheidend.

Hinweis: Für Fragen rund um das Verpackungsgesetz wenden Sie sich gerne an unseren Partner Lizenzero. Lizenzero ermöglicht die unkomplizierte Abwicklung Ihrer Verpackungslizenzierung.

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